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Pilotprojekt Weiterentwicklung der Schicht- und Tourenarbeit WEST 

SBB CFF FFS
Mobilität Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Beschreibung der Best Practice-Massnahme: 
Mit dem Pilotprojekt «Weiterentwicklung der Schicht- und Tourenarbeit» (WEST) möchte die SBB die Schicht- und Tourenarbeit attraktiver gestalten und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden nachhaltig steigern. Im Fokus stehen eine stärkere Mitbestimmung der Mitarbeitenden bei der Arbeitszeitgestaltung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. 

Um den Mitarbeitenden mehr Flexibilität bei ihrer Dienstplanung zu ermöglichen, werden im Rahmen des Projekts WEST verschiedene Modelle ausgearbeitet und erprobt. So können Mitarbeitende beispielsweise nach der Veröffentlichung der Dienstplanung mithilfe der Tauschbörse ihre Schichten oder Touren abtauschen. Ebenso können sie Wünsche und Präferenzen hinsichtlich Arbeitszeiten, Freiwünschen oder Arbeitstagen frühzeitig einbringen, sodass diese im Planungsprozess bestmöglich berücksichtigt werden. 

In vier Pilotbereichen werden aktuell erste Erfahrungen mit dem Modell «Benefit für Flexibilität» gesammelt. Mit diesem Modell erhalten die Mitarbeitende einen Benefit für flexible Arbeitseinsätze – beispielsweise für kurzfristige Einsätze, die Arbeitsbereitschaft an freien Tagen oder eine kurzfristige Diensteinteilung. Aktuell wird geprüft, ob das Modell «Einsatzpool» initiiert werden soll. Bei diesem können die Mitarbeitenden ihre Arbeitseinsätze zeitlich, örtlich oder inhaltlich anhand ihrer Verfügbarkeit variieren. So können beispielsweise Studierende während der Semesterferien häufiger eingesetzt oder Pensionierte bei Bedarf weiterbeschäftigt werden. Auch Mitarbeitende mit einem niedrigen Beschäftigungsgrad oder solche, die saisonal unterschiedlich arbeiten möchten, würden vom Einsatzpool profitieren. 

Die Modelle werden bewusst mit der bestehenden IT-Infrastruktur umgesetzt – sie stellen kein eigenständiges IT-Projekt dar. Die digitalen Tools unterstützen eine transparente, effiziente und nachvollziehbare Planung und ermöglichen eine einfache Nutzung der Modelle, wie beispielsweise der Tauschbörse. 

Bei der Wahl der Pilotbereiche werden verschiedene Kriterien berücksichtigt. Dazu gehören ausreichende Teamgrössen und Kompetenzüberschneidungen, um eine flexible Planung zu ermöglichen, unterschiedliche Bedürfnisse der Teams sowie betriebliche, regionale und branchenspezifische Rahmenbedingungen. Ein besonderer Fokus liegt auf Transparenz und einer möglichst faire Einsatzplanung. 

Ziel der Best Practice-Massnahme: 
Ziel des Projekts WEST ist es, die Schicht- und Tourenarbeit besser an die Lebensrealitäten der Mitarbeitenden anzupassen. Dadurch sollen deren Zufriedenheit, Motivation und langfristige Bindung an das Unternehmen erhöht werden. Durch mehr Mitbestimmung, Transparenz und Flexibilität sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessert und die Schicht- und Tourenarbeit nachhaltig attraktiver werden. Gleichzeitig wird eine faire, nachvollziehbare und effiziente Einsatzplanung angestrebt, die sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. 

Motivation für die Best Practice-Massnahme: 
Die SBB ist überzeugt, dass moderne Schichtarbeit nicht allein durch betriebliche Effizienz bestimmt sein darf, sondern auch die unterschiedlichen Lebenssituationen der Mitarbeitenden aktiv berücksichtigen muss. Angesichts veränderter gesellschaftlicher Erwartungen, demografischer Entwicklungen und steigender Anforderungen an die Arbeitgeberattraktivität ist die Flexibilität hier ein wesentlicher Erfolgsfaktor. 

Ein zentrales Learning aus dem Projekt ist die Erkenntnis, dass Gleichbehandlung nicht automatisch Fairness bedeutet. Mitarbeitende haben unterschiedliche Lebensrealitäten, familiäre Verpflichtungen und gesundheitliche Voraussetzungen. Eine gerechte Schichtplanung berücksichtigt diese Unterschiede bewusst und schafft transparente, nachvollziehbare Lösungen, die im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten liegen. 

Mit dem Projekt WEST verfolgt die SBB den Ansatz, Mitbestimmung, Transparenz und Fairness systematisch in die Schichtplanung zu integrieren. Dadurch werden individuelle Bedürfnisse besser berücksichtigt, Teamdynamiken gestärkt und Konfliktpotenziale reduziert. So trägt das Projekt zu einer zukunftsorientierten, inklusiven und nachhaltigen Arbeitskultur bei. 

Kontakt

Karin Gröbli